Einordnung

Das Dabei-Projekt

The basic idea is very simple: for every starving child, there is at least one person in the world willing to save him or her, but, he or she is simply not aware of the specific case. So let’s try to remedy this: Let us simply publicise this, for example, by taking the poorest region and allocating responsibility for it and its inhabitants to people living in the richest region. Simple. Der Kern der Idee ist brutal einfach: Für jedes verhungernde Kind gibt es einen Menschen auf der Welt, der es retten würde, wenn er zuständig wäre – nur: Er weiß nichts vom konkreten Fall. Beheben wir also genau das: Machen wir diese Zuständigkeit bekannt. Nehmen wir die ärmste Region her und teilen den Menschen der reichsten Region mit, für genau welche Leute sie hiermit zuständig gemacht werden. Fertig.
We then do the same with the next poorest region and again allocate responsibility to the next wealthiest region and so on. Das gleiche mit der nächst ärmeren Region, für die die nächst reichere zuständig ist usw.
To be clear: Our goal is not to give away food or money, but to create the necessary infrastructure on the ground so that the needy can eventually provide for themselves. Um Missverständnissen vorzubeugen: Ziel ist nicht das Wegschenken von Nahrung oder Geld, sondern Ziel ist, mit den nötigen Mitteln vor Ort eine Infrastruktur zu schaffen, in der sich die Bedürftigen selbst versorgen können.
There are lists of the per capita income of all countries and if we find the median, we can allocate the regions with the lowest income to the regions with the highest income. We then make this assignment binding for one generation, say 25 years. Initially, as part of an initial trail period this would be from the present until 2025. After that date a new allocation would be made. Es gibt Listen mit dem Pro-Kopf-Einkommen aller Länder – man kann die Rangfolge “in der Mitte falten”, so dass Regionen mit geringstem Einkommen den Regionen mit den höchsten Einkommen zugeordnet sind. Wir machen diese Zuordnung für je eine Generation – 25 Jahre – neu verbindlich; für einen ersten Probezeitraum ab sofort bis 2025, danach wird neu verpartnert.
Would it really be a burden to keep the children of the partner communities from starving? Would not a lively exchange of ideas, products and visitors produce the necessary ideas to identify the most suitable forms of self-help in order to create the winds of change in society and business for both sides? Wäre es eine Belastung, die Kinder der Partnerregion vor dem Verhungern zu bewahren? Würde ein reger Austausch von Gedanken, Produkten, Besuchern nicht viel eher die nötigen Ideen produzieren, welche Hilfe zur Selbsthilfe die passendste ist, um bei beiden Partnern frischen Wind in Gesellschaft und Wirtschaft zu bringen?
The partnership would be published on the Internet: each success, each failure would be directly attributed to the partner communities themselves and no longer a matter concerning anonymous representatives from various interest groups. Die Partnerschaft steht per Internet im Licht der Öffentlichkeit: Jeder Erfolg, jeder Misserfolg wird direkt den Partnerkommunen selbst zugeschrieben und nicht mehr anonymen Vertretern von Interessengruppen.
Joint projects are possible in many fields: health, education, languages, history, tourism, science, literature, art, culture, music, the list is almost inexhaustible.. Gemeinsame Projekte sind auf vielen Gebieten möglich: Gesundheit, Bildung, Sprachen, Geschichte, Tourismus, Wissenschaft Literatur, Kunst, Kultur, Musik, …
Established aid organizations could also contribute to the partnership, providing additional support. Etablierte Hilfsorganisationen können sich als zusätzliche Unterstützer in die Partnerschaft einbringen.
Such direct partnerships could help to eradicate permanently the disgrace of children constantly starving to death whilst governments continue to pour vast sums and resources into weapons and wars. Durch diese direkten Partnerschaften sollte es möglich sein, die Schmach dauerhaft zu beseitigen, dass wir heute unsere Kinder täglich vieltausendfach verhungern lassen und gleichzeitig Unsummen in Waffen und Kriege stecken.
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Einordnung

Was macht die „Dabei“-Idee anziehend?

  • Die Reaktionen auf die Flüchtlingskatastrophe im Mittelmeer sind geprägt vor allem durch Hilflosigkeit und Herumdoktorei an Symptomen. Gebraucht wird aber eine rigorose Langfrist-Strategie zur Stabilisierung der Heimatländer.
  • Das „Dabei“-Konzept ist ein Ansatz zur langfristigen Gesundung politisch-volkswirtschaftlicher Verhältinisse.
  • Zwischen unterschiedlichen Nationen wächst eine gegenseitig fruchtbare Generationen-Partnerschaft.
  • Bei nationalen oder internationalen Belangen, für die Unterstützung günstig wäre, ist von Anfang an bekannt, wer der erste internationale Ansprechpartner ist.
  • Der Prozess ist selbstorganisierend: Nach der öffentlichen Bekanntgabe der internationalen Partner-Zuordnungen für die nächste Generation braucht sich jeder in erster Linie nur um den eigenen Parter zu kümmern. Ob er das tut und wie gut, ist seine Sache, aber getan wird es eben vor den Augen der Weltöffentlichkeit – eine extra „Verwaltung“ des dabei-Verfahrens erübrigt sich so.
  • Damit ist das Schwarze-Peter-Spiel, bei dem sich niemand zuständig fühlen möchte, genauso vom Tisch wie die zweifelhafte Rolle einzelner Länder als selbsternannter „Weltpolizist“.
  • Länder und Völker, die wirtschaftlich ausgebeutet werden oder wurden, erhalten durch den Partner erste internationale Unterstützung zur Gegenwehr und für Regressforderungen gegen ausbeutende Unternehmen.
  • Der jeweilige Generationenpartner ist von den zufälligen lokalen Belangen des Partnerlandes weniger betroffen und kann deshalb bei Bedarf neutral vermitteln.
  • In der Summe wächst nachhaltig mehr internationale Gerechtigkeit – die Völkergemeinschaft gewinnt an Resilienz.
Zustände

Hunger im Film

José Padilha zu seinem Film „Garapa“; Interview in Cicero – über die Kinder in brasilianischen Slums:

 

Weil sie nichts anderes kennen, sie haben kein Selbstmitleid, so funktioniert das Leben, der Mensch ist ein Gewohnheitstier. Aber das Grauen existiert natürlich trotzdem. Hunger hat so viele unabsehbare Folgen: Wer nicht isst, wird zum Beispiel oft depressiv. Aber es gibt kein Prozac, keine Antidepressiva. Und dann fangen die Leute an zu trinken. Man sagt dann: Die Leute sind selbst schuld, sie besaufen sich ja ständig. Aber sie saufen, weil sie mit Alkohol ihre Depressionen ertränken. Sie haben keine Kleidung, keine Medizin, keine Ahnung: Den Unterschied zwischen Medizin und einem Schmerzmittel zum Beispiel kennen sie nicht. Sie wissen nicht, wie man die Geburtenrate kontrolliert. Aber das Problem ist ihre Umwelt, deshalb können wir es auch ändern.

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Schritt für Schritt

Welche Chance auf Erfolg gibt es? Hans Rosling zeigt:
The seemingly impossible is possible.
Das anscheinend Unmögliche ist möglich.
Wer werden die Macher sein? Das sind die jeweils ermittelten dabei-Partnerkommunen.
Entsprechend der Bevölkerungsstärke wird die begütertste Kommune automatisch für eine Generation zum Partner der am meisten benachteiligten Kommune – so werden eine nach der anderen alle begüterten Kommunen allen benachteiligten Kommunen weltweit als Partner zugeordnet.
Was wird zu tun sein? Das sagt Haytham:
Sustainable rural communitiesLebensfähige Kommunen organisieren
Einordnung

Auf globaler Ebene Stagnation

… stellt Joachim von Braun fest, wenn er die Entwicklung der Hungersnot von 1990 bis heute beschreibt. In den Erläuterungen zum Welt-Hunger-Index steht immer wieder, was jetzt endlich in Angriff genommen werden muss. Nicht dabei steht, wie es funktionieren kann. Hier bringen wir wieder die „Dabei“-Idee an: die reichste Kommune wird für die schwächste zuständig gemacht – unwiderruflich; was sie dann tut, ist ihre Sache, aber: wir alle schauen zu (und: warum sollte sie sich schließlich lumpen lassen?).