Hunger im Film

José Padilha zu seinem Film “Garapa”; Interview in Cicero – über die Kinder in brasilianischen Slums:

 

Weil sie nichts anderes kennen, sie haben kein Selbstmitleid, so funktioniert das Leben, der Mensch ist ein Gewohnheitstier. Aber das Grauen existiert natürlich trotzdem. Hunger hat so viele unabsehbare Folgen: Wer nicht isst, wird zum Beispiel oft depressiv. Aber es gibt kein Prozac, keine Antidepressiva. Und dann fangen die Leute an zu trinken. Man sagt dann: Die Leute sind selbst schuld, sie besaufen sich ja ständig. Aber sie saufen, weil sie mit Alkohol ihre Depressionen ertränken. Sie haben keine Kleidung, keine Medizin, keine Ahnung: Den Unterschied zwischen Medizin und einem Schmerzmittel zum Beispiel kennen sie nicht. Sie wissen nicht, wie man die Geburtenrate kontrolliert. Aber das Problem ist ihre Umwelt, deshalb können wir es auch ändern.

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